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[Rezension] Risotto mit Otto von Angela Troni


Hallo ihr Lieben,

scheint so, als wäre der Sommer schon wieder vorbei. Nach meinem MEGA Sonnenbrand (von dem ich aber Gott sei dank Bräune behalten habe) zeigt sich die Sonne eher sparsam. Ist es bei euch auch so regnerisch?
Das Gute an dem Wetter ist ja aber, dass man sich schön einkuscheln und lesen kann :) Ich hatte ja von der lieben Angela Troni ihr Buch 'Risotto mit Otto' bekommen. Gehört hatte ich von dem Buch schon, nur hatte ich es noch nicht gelesen oder mal hineingeschaut - das Buch hat mich aber köstlich amüsiert.

Risotto mit Otto -Ein italienisches Jahr in München- von Angela Troni

Angela Troni
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Verlag: Ullstein
384 Seiten  
8,99 € - Taschenbuch 

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Kurzbeschreibung                                                                   .

Die italienische Studentin Angela verlässt für ein Jahr den Schoß ihrer grande famiglia und landet mitten in einer Münchner Studenten-WG – mit Putzplan, Spontanpartys, reichlich Augustiner Edelstoff und versifftem Etagenklo. Angelas fröhliches, unbedarftes, südländisches Temperament wird in der Fremde auf eine harte Probe gestellt. Als sie sich dann auch noch in den falschen Mann verliebt, steht kurz darauf Mamma Raffaella vor der Tür – und damit ist das Chaos perfekt!

Rezension                                                                                .

Der Klappentext versprach ja schon einiges an 'Stress', Temperament, Spaß und Amore! Und so war es dann auch. Ich habe mich königlich amüsiert und gemerkt, dass an mir - temperamentmäßig eine echte Italienerin verloren gegangen ist :D Manchmal habe ich mich doch wiedererkannt.
Der Wahnsinn. Aber nun zur Rezension:

Idee/Umsetzung
Ich bin ja immer ein Freund von Romanen in denen Kulturen aufeinander treffen. Und auch bei diesem Roman ist es ein gelungenes Intermezzo ;) Eine Studentin, die ein Auslandssemster in Deutschland verbringt ist zwar nicht die neuste Idee, aber das störte mich nicht. Angela Troni wusste es gekonnt umzusetzen und man hatte ein bisschen Heimatgefühle (auch wenn man nicht aus Bayern kommt), aber auch ein bisschen Urlaubsstimmung. Da die Protagonistin durch ihr italienisches Temperament eine Menge davon verströmte.

Schreibstil/Sprache
Der Schreibstil war grandios. Ich muss zwar zugeben, dass ich am Anfang ein bisschen gekämpft habe, lag aber auch eher daran, dass ich zuvor sehr leichte Kost gelesen habe.
Angela Troni schaffte es mit ihren Worten einen Film in meinem Kopf ablaufen zu lassen. Ich konnte mir die grande Misere wirklich bildlich vorstellen. Und wie ihr wisst, liebe ich so etwas. Das gibt für mich dann immer die volle Punktzahl in dem Punkt. 
Hinzu kam dann auch noch die Tatsache, dass Angela gekonnt den bayrischen Dialekt mit vielen italienischen Worten paarte. So entstand eine authentische Atmosphäre und ich habe richtig Lust bekommen, einige Worte im Sprachgebrauch zu nutzen. Im Call Center macht sich das prima :D


"So a Aas" hörte ich sie murmeln. "Luada! Mistgurgl! Gschlamperte Urschl, gschlamperte!" Betreten schloss ich die Tür und berichtete den M&Ms in der Küche, was gerade passiert war.
(Seite 191)


 Charaktere
Alle durch die Bank weg sympathisch! Die Protagonistin war mir anfangs durch ihre leicht arrogante, italienische Art ein bisschen unsympathisch, aber dann wurde sie immer offener und urteilte nicht mehr vorschnell.
Auch die Freunde, die sie schnell fand waren alle liebenswürdig und glaubhaft. Vorallem, dass sie nicht immer ja und Armen zu allem sagten, sondern Angela auch mal knallhart etwas an den Kopf schmetterten gefiel mir sehr gut.
Bei Otto dem Urbayern hätte ich mir ein bisschen mehr bayrischen Dialekt gewünscht - er kam nämlich gar nicht so urbayrisch rüber, dennoch ein Lieber. Und den lieber Jan fand ich ganz und gar überflüssig, ebenso Friedrichs Bruder. Das waren so 'Gastauftritte' auf die ich hätte verzichten können - amüsant, aber nicht unbedingt notwendig. Manchmal wirkte es nämlich wie eine plötzlich eingeschobene Szene, um die Stimmung aufzulockern und das hatte dieses Buch überhaupt nicht nötig. 

Atmosphäre/Umgebung
Totales Urlaubsfeeling! Und das im eigenen Land. Ich habe mich so sehr nach Wandern und Klettern gesehnt. Und wäre so gerne durch München geschlendert und hätte im Englischen Garten gegrillt und Konzerte miterlebt.
Und das Essen! Mamma mia! Ich konnte es förmlich riechen - und dann die tollen Rezepte :) Hach, wunderbar.
Das mit dem bayrischen Dialekt und den italienischen Sätzen hatte ich ja schon angemerkt - es sorgte natürlich für die richtige Stimmung undließ einem wirklich glauben, in Bayern zu sein. Und da eine Art Film beim Lesen vor meinen Augen ablief, wurde alles richtig gemacht :) Wundervoll.

Cover
Das Cover ist nicht spektakulär - aber es mit dem Inhalt des Buches zu tun. München trifft auf Italien - das sieht man auch. Und da ich eh kein Fan von Menschen (Gesichtern) auf dem Cover bin, ist das eine wunderbare Lösung. Zumal es auch hätte kitschiger ausgehen können. Gutes Cover.

Fazit                                                                                       .

Ein grandioses Buch über Kulturschock, Vorurteile, Freundschaft und Liebe :) Gespickt mit tollen Rezepten zum nachkochen. Am Ende verrät die Autorin, dass es sich zur Hälfe um ein autobiografisches Buch handelt - welche Teile davon ihr passiert sind und welche nicht, bleibt ein Geheimnis und der eigenen Phantasie überlassen ;)


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