[Rezension] Alice, wie Daniel sie sah von Sarah Butler

Hallo ihr Lieben,

gestern habe ich mich gegen 9 Uhr in die Sonne gesetzt und mein Buch beendet. Wie schnell drei Stunden in der Sonne vergehen :) Aber es war so schön warm und ruhig - und mein kleiner Stubentiger konnte sich draußen auch so richtig austoben.

Alice, wie Daniel sie sah                                                           .



Sarah Butler
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Verlag: Droemer
318 Seiten
14,99 € - Broschiert

Originaltitel: Ten things I've learned about love

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Kurzbeschreibung                                                                    .

Für den obdachlosen Daniel ist jeder Buchstabe mit einer Farbe verbunden. Seit Jahren streift er durch London und sammelt Papierschnitzel und andere achtlos weggeworfene Dinge in den Farben, die den Namen seiner Tochter bilden: Eisblau für A, Gold für L, Rosa für I, Dunkelblau für C, Grau für E - Alice. Daraus formt er kleine Kunstwerke, die er für sie in der Stadt verteilt. Daniel hat seine Tochter noch nie getroffen. Bis ihm der Zufall eines Tages ihre Adresse zuspielt.

Rezension                                                                               .

Bei dem Buch handelte es sich um ein Leserundenbuch von Lovelybooks. Ich mag Leserunden, ich finde es schön, wenn man sich gemeinsam über ein Buch austauschen kann.

In dem Buch geht es um Daniel, der seit Jahren auf der Straße lebt und die Welt aus anderen Augen sieht. Er hat eine Tochter, die er noch nie gesehen hat und täglich sammelt er Gegenstände in Farben, die ihren Namen beschreiben:
Eisblau für A, Gold für L, Dunkelrosa für I, Dunkelblau für C und Dunkelgrau für E - und hinterlässt ihr so geheime Botschaften, in der Hoffnung, dass sie diese irgendwann mal sieht und deuten kann.
Eine tolle Idee, die sehr gelungen umgesetzt wurde.

Die Kapitel sind abwechselnd aus der Pespektive von Daniel und Alice geschrieben - vorweg immer eine Auflistung mit 10 persönlichen Dingen z.B zehn Dinge, von denen ich dachte sie könnten mein Leben ausfüllen oder zehn Dinge, vor denen ich Angst habe. 
Dieser Wechsel ist toll, denn so lernt man beide Protagonisten kennen und ist als stiller Beobachter besser im Geschehen - durch die Listen werden die Charaktere zudem auch noch tiefgründiger.

Die Protagonisten sind Daniel und Alice. 
Alice ist 28 und kommt aus der Mongolei nach London zurück, weil ihr Vater schwer krank ist und nicht mehr lange zu Leben hat. Ich finde sie als Charakter zauberhaft. Sie ist so ein Freigeist, will sich nicht festlegen und reist viel - kann nicht lange an einem Ort sein und reist aus, wenn sie eine Situation überfordert. Das macht sie unglaublich liebenswert und ehrlich.
Mit Daniel auf einen grünen Zweig zu kommen war ein bisschen schwieriger. Er sieht die Welt anders - ganz anders und man muss sich darauf einlassen. Wenn man das hat, dann kommt man auch mit seiner Art zurecht und versteht ihn.


"Als ich aufstehe, finde ich den runden Deckel einer Cremedose unter der Bank. Ich fahre mit dem Finger über das fliederfarbene Plastik. Danach ist es leicht: eine Plastiktüte mit einem Hauch Blau, ein grünes Feuerzeug, ein Stück dunkelgrauer Draht, eine kastanienbraune Schleife."
(Seite 50)

Die Atmosphäre passt für mich immer. Im Haus von Alices verstorbenen Vater fühlte ich mich genauso unwohl wie sie und die Trauer, der Schmerz waren greifbar und präsent.
Daniels Streifzüge durch London waren kühl, hässlich und schön zu gleich. Man spürt den Wind in den Haaren, die Sonne auf der Haut und den Regen im Gesicht. Die Beschreibung der Umgebung ist der Autorin mit wenig Worten wunderbar gelungen. Man fühlt sich nicht durch Details erschlagen, wird aber auch nicht in eine leere Umgebung geworfen.

Last but not least - das Cover. Das finde ich sehr schön. Die Farbgebung, vor allem des Titels, finde ich sehr gelungen und ansprechend. Auch das Mädchen auf dem Cover, dass ihre Arme gen Himmel streckt, finde ich passend für die Freiheitsliebe von Daniel und Alice. 
Einzig die Londoner Skyline am unteren Rand des Buches finde ich überflüssig und nicht schön. Die ist für mich fehl am Platz und passt nicht zum Rest.

Fazit                                                                                       .

An sich eine bezaubernde und berührende Geschichte. Ein bisschen langatmig an einigen Stellen, dafür machen die darauf folgenden Seiten es immer wieder gut.
Kal und die beiden Schwestern, wobei mein Fokus da eher auf Cee liegt, fand ich unglaublich überflüssig. Sie gaben der Story weder pepp, noch eine spannende Wendung. Sie waren für mich einfach nur überflüssig und fehl am Platz. 
Dennoch ein tolles und empfehlenswertes Buch.



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