[Rezension] Tod in stiller Nacht von Viveca Sten

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es mal wieder einen Teil von Viveca Sten. Ich liebe ihre Bücher einfach, genau wie die von Hakan Nesser :) Ich kann diesen Büchern nicht widerstehen. Und sobald ich sehe, dass ein neues Buch auf dem Markt ist, hechte ich in die Buchhandlung - hab auch schon wieder ein neues Buch vom Nesser gesehen.
Es ist tiefster Winter auf Sandhamn, ein eisiger Sturm fegt durch die leeren Straßen. An Heiligabend nimmt eine verängstigte Frau das letzte Schiff auf die Insel. Als man ihre gefrorene Leiche am nächsten Tag vor dem Seglerhotel findet, wird Thomas Andreasson nach Sandhamn gerufen. War es ein Unfall?
Wie immer ein schönes Buch. Diesmal sogar besonders rasant. In diesem Roman kommt Nora auch ein bisschen kürzer als sonst, obwohl mir der Strang mit ihr und Hendrik sehr gefallen hat.
In diesem Teil lag der Fokus sehr auf Thomas und dem Fall. Und der war ganz schön aufregend und mysteriös (im Gegensatz zu den anderen Teilen - Viveca Sten ist ja eher für seichte Krimis, anstatt Splatter bekannt).

Der Schreibstil ist wie immer, flüssig und leicht zu lesen. Und durch die kurzen Kapitel aus unterschiedlichen Sichtweisen ist man über alles informiert. Das gefällt mir so sehr an ihren Büchern.
Man erlebt die Fälle aus Ermittler-; Opfer-, Zeugen- und Zufallssicht - bis sich alle Stränge am Ende treffen und der Fall aufgeklärt wird. Teilweise weiß man mehr als Thomas und sein Team.

Nora und Thomas sind wie immer die Sympathieträger des Buches, auch wenn Nora - wie schon erwähnt - eher einen Gastauftritt hat, als eine Hauptrolle. Dennoch geht man mit ihnen durch Hochs und Tiefs ihres Lebens, begleitet sie und meistert mit ihnen schwierige Situationen.
In diesem Buch wurde mir ein Kollege von Thomas sehr sympathisch und zwar Aram Gorgis - ein Kollege mit Migrationshintergrund. Seine Geschichte wurde in diesem Band thematisiert und dadurch ist er mir unglaublich ans Herz gewachsen.
Passend zu seiner Vorgeschichte ging es in diesem Buch um Rassismus (ein Thema, dass heute genauso aktuell ist, wie zu der Zeit als Viveca den Roman schrieb) und die Angst vor Bloßstellung. Diesmal handelt es sich um ein sehr durchdachtes Verbrechen, was den Ermittlern ziemliches Kopfzerbrechen bereitet.

Die Atmosphäre auf Sandhamn und in Schweden ist diesmal sehr kühl und weniger besinnlich, obwohl Weihnachten ist. Lediglich bei Nora und Thomas daheim gibt es immer Wärme und Liebe. Bei Nora wirkt es aber immer heimischer und gemütlicher. Vielleicht liegt das auch an der Branschen Villa auf Sandhamn. Bei Familie Thiels hingegen wirkt alles steril und kalt, ebenso bei den Palmérs. Die Häuser dieser Familien wirkten groß und kalt. Kein Ort an dem man sich gerne und lange aufhalten wollen würde. Also insgesamt ein sehr düsterer Krimi, passend zu den Geschehnissen.

Covertechnisch reiht sich der sechste Teil von Nora und Thomas optisch perfekt ein. Passend zum Wintermord ist auch eine schwedische Winterlandschaft abgebildet. Ansonsten ist das Cover wie immer. Ein klischeehaftes Schwedenhäuschen, um die Herkunft und den Handlungsort zu symbolisieren. Einfach und vielleicht plump, aber mir gefällt es jedes mal wieder.
Wieder ein schönes Buch - diesmal sogar ein bisschen rasanter. Wem die vorherigen Teile gefallen haben, dem wir auch dieser Band schöne Lesestunden bescheren. Ich denke, dass Buch ist nichts für hartgesottene Krimifans, dazu gibt es zu wenig Blut und Brutalität - aber ein bisschen Spannung, wenn man was gemütlich lesen will, ist auf jeden Fall gegeben. Es ist eben eine seichte Krimischiene, die Viveca Sten fährt.


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