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review: Wildeule - Annette Wieners

Hej,
ich bin ja wieder im Krimi- und Thrillerfieber 🙂 Es ist einfach mein Genre, ich liebe diese Spannung, hach herrlich. Bei Vorablesen (ich bin ja wieder etwas aktiver unterwegs) habe ich dann die Leseprobe zu ‚Wildeule‘ gelesen und war gleich Feuer und Flamme. Natürlich wieder mal ein Buch, welches ich mitten in einer Reihe beginne. Natürlich kann man das Buch super völlig unabhängig lesen, aber ich bin ja ein Reihenkind. ‚Wildeule‘ gingen erst zwei Romane voran und zwar ‚Kaninchenherz‘ und ‚Fuchskind‘ (hach, wieder was für mich – Fuuuchs :D). Natürlich habe ich mir beide Bücher gleich bestellt, als ich merkte das mir die Protagonistin gefiel.
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Die ehemalige Kommissarin Gesine Cordes hat sich nach dem Tod ihres kleinen Sohnes aus ihrem alten Leben zurückgezogen. Erst in der Arbeit als Friedhofsgärtnerin findet sie Trost. Doch ihre geliebte Idylle wird jäh gestört, als während einer Beerdigung entdeckt wird, dass der Sarg nicht richtig geschlossen ist. Und nicht der erwartete Leichnam im Sarg liegt, sondern ein bekannter Bestattungsunternehmer – er wurde ermordet.
Gesine ermittelt undercover auf dem Friedhof. Bald gerät ausgerechnet ihr bester Freund, der Bestatter Hannes, unter Verdacht …
Ich finde den Schreibstil von Annette Wieners grandios. Am Anfang bin ich mit dem Buch nicht so richtig warm geworden, aber dann saß ich gestern im Bett und habe das Buch ab Seite 123 bis zum Schluss durchgesuchtet. Ja wohl, gesuchtet! Ich konnte nicht aufhören, die Seiten flogen nur so an mir vorbei. Lockerer Schreibstil und spannende Szenewechsel. Ich konnte gar nicht so schnell lesen, wie ich den Fortlauf der Geschichte wissen wollte.
Protagonistin des Buches ist Gesine Cordes und ich habe sie noch immer nicht ganz durchschaut. Sie ist sehr unnahbar. Aber sie ist eine lebensfrohe und sehr clevere Frau. Ich mag ihre Kombinationsgabe und auch ihren Hang zum Impulsiven und Absurdem. Dennoch wurde ich mit ihr nicht so warm, wie mit anderen Protagonisten aus anderen Büchern. Ich weiß nicht, woran das lag. Vielleicht daran, dass sie nicht nur zu den Charakteren im Buch, sondern auch zu dem Leser immer auf Abstand blieb. Es fehlte eine persönliche Note und das ist auch ein kleiner Minuspunkt an dem Buch.
Besonders klasse fand ich Marina Olbert, die leitende Ermittlerin und ihre Beziehung zu Gesine Cordes. Zwei Dickköpfe! Zum Schreien komisch.
Ein bisschen merkwürdig fand ich Gesines besten Freund, den Bestatter Hannes. Im Laufe des Buches hat er so einige Blitzideen, bei denen ich mir dachte ‚gehts noch‘?! Er wirkte von seinem Verhalten oft wie ein trotziges Kind, das hat mich unglaublich gestört. Sehr nervig.
Die Atmosphäre des Buches war sehr stimmig. Trotz des Mordfalles ging das Leben wie gewohnt weiter. Gesine ermittelte, während die Dorfbevölkerung auf der einen Seite erschüttert und auf der anderen Seite gleichgültig war. Es war wieder mal ein kleiner Exkurs in die menschlichen Abgründe einer Welt voller Macht, Geld, Gier und Betrug. Alles Bestandteile, die in diesem Fall eine Rolle spielen. Das Witzige war, dass man dies in der idyllischen Atmosphäre des Buches gar nicht richtig spürte. Erst Gesine und Marinas Ermittlungen förderten so einiges zutage. Und das fand ich gar nicht so schlimm. Ich habe so viele Bücher gelesen, die in irgendwelchen Bonzenvierteln spielten – gar nicht mein Ding. Mir gefällt die ländliche Idylle und die Ruhe, die der Friedhof ausstrahlt. Das Buch scheint in einen ganz eigenen Zeitrhythmus zu haben. Vielleicht wurde ich deshalb nicht so schnell warm mit dem Buch, weil ich ein eher hektischer Mensch bin.
Der Verlauf der Geschichte war logisch und nachvollziehbar. Außer Hannes, der hat immer wieder quer geschossen. ‚Um Himmels Willen, Hannes!‘ Damit hat er natürlich den Verlauf und vor allem den Verdacht immer wieder in seine Richtung gelenkt, aber das war zu einfach und zu billig. Dachte ich zumindest. Ich habe mich von Annette Wieners durch das Buch führen lassen und ein, zwei falsche Abzweigungen genommen. Am Ende war ich sehr überrascht, als es zu Auflösung kam. Aber so muss das für mich sein. Spannend bis zur letzten Seite.
Die Cover finde ich grandios. Wie man weiß, bin ich ja eh kein Freund von Menschen auf dem Cover, ich habe lieber Landschaften oder ähnliches darauf. Das Cover des Buches wirkt ländlich und ein bisschen unheimlich.

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